Künste Asiens 7 h agoZu Lesezeichen hinzufügen

Ni Leistung noch Heldentat: Qi Gong (氣功) wird im Stehen, fast regungslos, für jeden Körper zugänglich praktiziert. Die Tür zu öffnen, ist bereits das Wesentliche.
Der Qi Gong - 氣功, wörtlich „Arbeit (功 gōng) der Atem-Energie (氣 qì)“ - ist weder eine sanfte Gymnastik im westlichen Sinne noch eine unbewegte Meditation. Es ist eine Praxis langsamer Bewegungen, die mit der Atmung und der Absicht koordiniert werden und seit mehr als zweitausend Jahren in China weitergegeben wird. Die ersten bildlichen Darstellungen, die Daoyin tu (導引圖), die in Mawangdui entdeckt wurden, stammen aus dem 2. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung: Man sieht darauf gemalte Silhouetten, die sich dehnen, öffnen, schließen. Nichts hat sich wirklich verändert.
Was der Qi Gong sucht, ist nicht die Leistung. Es ist ein Zustand: der ausgerichtete Körper, der tiefe Atem, die aufmerksame Haltung. Man sagt in China, wenn diese drei Dinge übereinstimmen - 三調 sān tiáo, „die drei Einstellungen“: Haltung (身), Atem (息), Geist (心) - dann beruhigt sich etwas.
Stehend, die Füße parallel in Hüftbreite auseinander. Die Knie leicht gebeugt, das Becken wie aufgehängt, der Scheitel des Kopfes leicht zum Himmel gezogen - als ob ein unsichtbarer Faden Sie von oben stützt. Die Schultern entspannt, die Arme am Körper entlang, die Handflächen zur Rückseite der Oberschenkel gedreht. Die Augen halb geschlossen, der Blick sanft nach vorne gerichtet.
Das ist die Position wuji (無極), „ohne Gipfel“ - diejenige vor der Bewegung. Bleiben Sie dort drei Atemzüge. Spüren Sie einfach, wie das Gewicht des Körpers in die Füße sinkt.
1. Die Brust öffnen (開胸). Beim Einatmen heben Sie langsam beide Arme vor sich auf Schulterhöhe, die Handflächen zueinander gerichtet. Beim Ausatmen öffnen Sie sie zu den Seiten, als ob Sie Flügel entfalten. Wiederholen Sie das achtmal, ohne zu zwingen, und lassen Sie die Atmung die Amplitude der Bewegung leiten.
2. Den Himmel stützen (托天). Die Arme am Körper entlang, die Hände steigen vor dem Bauch nach oben und gehen vor der Brust vorbei und drehen sich über dem Kopf, die Handflächen zum Himmel gerichtet. Der Blick folgt den Händen. Man geht seitlich wieder herunter. Achtmal. Diese Geste dehnt die gesamte hintere Kette sanft.
3. Den Mond wiegen (抱月). Die Arme sind vor sich selbst auf Höhe des Unterbauchs gerundet, als ob man eine große leichte Kugel trägt. Man atmet dort einfach. Drei Minuten. Das ist die Haltung, die zhan zhuang (站樁) genannt wird, „sich wie ein Pfahl halten“ - scheinbar einfach, aber sehr tief.
調身 (der Körper), 調息 (der Atem), 調心 (der Geist). Die ganze Tradition hält in diesen drei Zeichen.
Der Qi Gong gehört zu einer Tradition, die Gesundheit als Zirkulation denkt. Wo etwas stagniert - im Körper, im Kopf, in der Stimmung -, versucht man, einen Durchgang wieder zu öffnen. Es gibt kein Versprechen: Es gibt eine tägliche Pflege. Zehn Minuten am Morgen vor einem offenen Fenster reichen aus. Man sucht nicht, „Fortschritte“ zu machen - man sucht, zurückzukehren.
Qi Gong ist eine Lebenskunst und ein Training für das Wohlbefinden - als Begleitung, niemals als Ersatz für eine medizinische Betreuung. Bei allen Gesundheitsfragen (Schwangerschaft, Bluthochdruck, chronische Erkrankungen) konsultieren Sie einen Gesundheitsdienstleister, bevor Sie mit einer regelmäßigen Praxis beginnen.
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