Alice Coltrane, die Pianistin, die das Ashram wählte – Musik als Gebet hören

In dieser Reihe : Univers sonore — écoute, vibration, rituels· Schritt 13/13

Klänge & Musiktherapie 46 min agoZu Lesezeichen hinzufügen

Alice Coltrane, die Pianistin, die das Ashram wählte – Musik als Gebet hören

Seine Ashram-Aufnahmen, lange vertraulich, kommen bald ans Licht: eine Einladung, Musik als Raum der Hingabe zu hören, sanft, ohne etwas anderes zu erwarten als ihre Gegenwart.

Eine Stimme, die sich zurückzog, um besser widerzuhallen

Es gibt Musikerinnen, die man nebenbei hört, im Hintergrund, zwischen zwei Aufgaben. Und dann gibt es Alice Coltrane (1937–2007), deren Musik verlangt, dass man innehält. Pianistin, Harfenistin, Organistin – sie spielte zunächst Jazz, an der Seite ihres Mannes John Coltrane, und später unter eigenem Namen, nachdem er 1967 verstorben war. Mitte der 1970er Jahre traf sie dann eine seltene Entscheidung: Sie verließ die Bühne, um sich einem Leben der Hingabe zu widmen, in dem von ihr 1983 gegründeten Ashram Sai Anantam in Kalifornien.

Dort, unter dem Namen Turiyasangitananda, setzte sie ihre Aufnahmen fort – allerdings nicht für die Industrie, sondern für die Gemeinschaft. Kassetten, lange geheim gehalten, von denen ein Teil 2017 wieder auftauchte (Album World Spirituality Classics 1: The Ecstatic Music of Alice Coltrane Turiyasangitananda, Luaka Bop) und von denen weitere Teile angekündigt sind. Eine Musik, die weder ganz Jazz noch ganz indischer Devotionsgesang ist: etwas dazwischen, geduldig, weiträumig, in der die Wurlitzer-Orgel, Chorstimmen und Tampuras eine Hörfläche entwerfen.

Was man empfindet, wenn man sie hört

Zuerst ist man ein wenig desorientiert. Die Form folgt nicht den üblichen Regeln: kein wiederkehrender Refrain, kein erwarteter Crescendo. Die Stücke dauern manchmal zehn, fünfzehn Minuten. Doch dann stellt sich etwas ein: der Atem verlangsamt sich, die Aufmerksamkeit kommt zur Ruhe. Es ist das Wesen sogenannter kontemplativer Musik – Ambient, Drones, heilige Gesänge –, die nicht durch Überraschung, sondern durch Wiederholung und langsame Entfaltung wirken.

Was bei Alice Coltrane bemerkenswert ist: Diese Langsamkeit ist niemals schlaff. Es gibt eine Inbrunst, eine diskrete Freude, eine innere Bewegung. Man spürt, dass die Musik an jemanden gerichtet ist – an etwas Größeres als die Musikerin und die Hörerin. Vielleicht ist das das Besondere an ihr: Sie trägt die Last eines Gebets, nicht die eines Konzerts.

Ein kleines Ritual, um sie zu entdecken

Keine komplizierte Vorbereitung nötig. Wähle einen ruhigen Moment – frühmorgens oder abends vor dem Essen.

  • Ein wenig abgedunkelter Raum, ein Kissen oder ein bequemer Stuhl.
  • Kopfhörer sind vorzuziehen, damit sich die Klangteppiche ungestört entfalten können.
  • Ein Stück nach dem anderen. Om Rama oder Journey in Satchidananda (Album von 1971) zum Einstieg.
  • Nichts anderes tun. Kein Telefon, keine Lektüre. Einfach zuhören, mit geschlossenen oder offenen Augen.
  • Zehn Minuten reichen beim ersten Mal. Man kann länger bleiben, wenn die Lust kommt.

Nimm dir zum Schluss einen Moment, bevor du aufstehst. Notiere einfach, was du körperlich spürst: den Atem, die Schultern, den Kiefer. Mehr nicht.

Was die Musik der Hingabe bietet (ohne etwas zu versprechen)

Es gibt eine wissenschaftliche Literatur über aufmerksames Musikhören und seine entspannenden Effekte: messbare Senkung der Herzfrequenz, subjektives Gefühl der Entspannung, bessere Aufmerksamkeit. Aber bleiben wir vorsichtig: Das sind Wohlfühleffekte, keine Behandlungen. Die Musik der Hingabe, ob aus indischen Ashrams, christlichen Klöstern oder japanischen Zeremonien, ist keine Therapie. Sie ist ein Raum – derjenige, den man in sich öffnet, wenn man sich erlaubt zuzuhören.

Alice Coltrane drückte es auf ihre Weise aus: Sie spielte „für Gott“, also für etwas, das sie überstieg. Man kann sie hören, ohne ihren Glauben zu teilen, und dennoch diese Qualität der Aufmerksamkeit genießen, die sie anbietet.

Zur Ergänzung, nicht als Ersatz – bei Fragen zu Angst, Schlaf oder Stimmung wenden Sie sich bitte an Fachpersonal.

Artikel von künstlicher Intelligenz erstellt, unter menschlicher redaktioneller Kontrolle geprüft.

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Yuna SatoSonotherapeut
Erforscherin von beruhigenden Klängen: Klangschalen, Frequenzen, Atmosphären.
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