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Unter dem Begriff „Oolong“ verbirgt sich eine ganze Familie: der Da Hong Pao aus Fujian, der Tieguanyin aus Anxi, die Dan Cong aus Chaozhou, die Hochlandtees aus Taiwan. Warum sind diese Tees so unterschiedlich, obwohl sie alle aus denselben Blättern stammen? Drei Parameter – die Oxidation, die Form, die Röstung – erklären fast alles.
Auf Chinesisch wird Oolong als 烏龍 geschrieben - „der schwarze Drache“. Es handelt sich um eine extrem breite Kategorie von Tees, die als teilweise oxidiert bezeichnet werden: irgendwo zwischen Grüntee (wenig oder nicht oxidiert) und Schwarztee (stark oxidiert). In der Praxis findet man unter diesem Namen Tees mit 10 % Oxidation - fast grün, blumig, sehr frisch - und Tees mit 80 % Oxidation, fast braun, holzig, lang im Abgang. Dazwischen liegt eine ganze Welt.
Um sich zurechtzufinden, reichen drei Fragen aus: Welcher Oxidationsgrad? Welche Form? Welches Röstdauer? Dies sind die drei großen Parameter, die allein die Identität eines Oolongs zeichnen.
Nach der Ernte wird das Blatt welken gelassen und dann mehr oder weniger kräftig „geschüttelt“, um die Oxidation einzuleiten (die Zellen des Blattes brechen auf, die Enzyme wirken, das Blatt verfärbt sich allmählich braun). Der Handwerker stoppt die Oxidation zum richtigen Zeitpunkt, durch eine Behandlung bei hoher Temperatur (Fixierung).
Jede Region hat ihre eigene Art, das fertige Blatt zu formen. Diese Form ist nicht dekorativ: sie bedingt die Öffnung zur Infusion - Geschwindigkeit, Homogenität, freigesetzte Aromen.
Nach dem Trocknen werden viele Oolongs geröstet - bei mäßigen Temperaturen (60-140°C) für mehrere Stunden, manchmal mehrere Tage, oft mit Holzkohle in den Traditionen von Wuyi und Chaozhou. Die Röstung ist nicht kosmetisch: sie verändert die Persönlichkeit des Tees tiefgreifend.
Ein und derselbe Oolong, dreimal in sechs Monaten geröstet, hat nichts gemeinsam mit seiner ungerösteten Version - es ist fast ein anderer Tee.
Ein grüner Oolong, wenig oxidiert, fest gerollt, nicht geröstet: Wasser bei 85-90°C, sehr kurze Zeit, in einem Gaiwan. Man trinkt klar und blumig.
Ein Wuyi-Oolong, gedreht, stark geröstet: Wasser bei 100°C, etwas längere Zeit, in einer kleinen Yixing-Teekanne, die die Röstung gut aufnimmt. Man trinkt dicht und mineralisch.
Ein und derselbe Tee verändert sein Gesicht in drei Infusionen: Das ist es, was ihn reich macht - und Gong Fu Cha (siehe unseren vorherigen Beitrag) ist das Format, das ihn am besten zur Geltung bringt.
Suche nicht zuerst nach der „besten“ Region: suche eine Kategorie, die dir gefällt. Wenn du stark duftende, blumige Tees magst: beginne mit einem grünen Tieguanyin oder einem Hochgebirgstee aus Taiwan. Wenn du geröstete Kaffees, alte Weine magst: beginne mit einem Da Hong Pao oder einem Rou Gui. Wenn du neugierig auf reife Früchte bist: ein Oriental Beauty oder ein Dan Cong Mi Lan Xiang.
Sobald sich eine Tür öffnet, lädt sich die andere von selbst ein.
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