Ise-Shima im Laufe der Jahreszeiten - wenn Wandern zu einer inneren Pilgerreise wird

Künste Asiens 5 h agoZu Lesezeichen hinzufügen

Ise-Shima im Laufe der Jahreszeiten - wenn Wandern zu einer inneren Pilgerreise wird
Gül Işık · Pexels

Die Halbinsel Ise-Shima (伊勢志摩) im Süden Japans ist seit Jahrhunderten ein Ort, an dem sich die Riten des Shintoismus mit den Zyklen des Lebens verbinden. Eine Kunst der Langsamkeit, die man, auch aus der Ferne, übernehmen kann.

Der große Schrein und seine Umgebung

Am Rande der Ise-Bucht, in der Präfektur Mie, erhebt sich Ise-Jingū (伊勢神宮), einer der verehrtesten Schreine des Shinto. Er ist der Sonnengöttin Amaterasu-Ōmikami (天照大御神) gewidmet. Es handelt sich weder um ein spektakuläres Monument noch um einen redseligen Ort. Der Pilger gelangt durch einen Waldweg dorthin, durchschreitet ein hölzernes Torii, überquert eine Brücke über den Isuzu-Fluss und verneigt sich. Er wird das Herz des Schreins nicht sehen - es ist verborgen, gepflegt und wird alle zwanzig Jahre nach dem Ritual des Shikinen Sengū (式年遷宮) erneuert.

Umgeben von der Halbinsel Ise-Shima mit ihren zerklüfteten Küsten, feuchten Wäldern, Reisfeldern und Perlenfarmen hat sich hier ein Lebensstil entwickelt, der auf einer tiefen Aufmerksamkeit für den Rhythmus der Jahreszeiten basiert.

Die 72 Mikro-Jahreszeiten

Der traditionelle japanische Kalender unterteilt das Jahr in 24 Sekki (節気), die wiederum in 72 (候) unterteilt sind, also eine Mikro-Jahreszeit alle fünf Tage. Jede trägt einen erstaunlich präzisen Namen:

  • „Die Pfirsichbäume beginnen zu lachen“ (Ende März),
  • „Der erste Regenbogen erscheint“ (Mitte April),
  • „Die Schwalben kehren in den Süden zurück“ (Mitte September),
  • „Der Tau gefriert zu Reif“ (Ende Oktober).

Diese Einteilung ist kein poetisches Spiel; es ist ein Beobachtungssystem, das über Generationen von Bauern und Mönchen geschmiedet wurde. Es zwingt einen, das zu betrachten, was sich jetzt ändert, nicht letzte Woche, nicht nächste Woche.

Ein Tag in Ise, Schritt für Schritt

Ein zeitgenössischer Pilger folgt oft diesem Weg:

  • Morgendämmerung am Schrein von Gekū (der äußeren Halle), gewidmet der Toyouke-Ōmikami, Göttin der Nahrung und des Handwerks.
  • Spaziergang zum Wald des Naikū (der inneren Halle), entlang des Flusses - etwas mehr als eine Stunde zu Fuß.
  • Pause im alten Viertel von Oharai-machi, Holzgassen, Düfte von Miso und Matcha.
  • Eine Tasse Tee, ein süßes Akafuku Mochi (餅), die blasse Farbe des Laubs.

Keine Leistung. Kein Klischee. Einfach Aufmerksamkeit.

Der Geist der Pilgerfahrt

Das japanische Wort Junrei (巡礼) bezeichnet die Pilgerfahrt. Seine Wurzel bedeutet „die Runde“: Man stürmt nicht auf einen Zielpunkt zu, man macht die Runde um einen Ort und damit auch um sich selbst. In Ise versteht man das physisch: Der Schrein hat kein sichtbares Inneres. Wichtig ist der Weg, der Schritt, die Gegenwart.

Was man mit nach Hause nehmen kann

Man braucht kein Ticket nach Japan. Man kann:

  • Eine Mikro-Jahreszeit übernehmen. Ein natürliches Zeichen in der Nähe wählen - die erste Geißblattblüte, die Rückkehr der Schwalben, die erste Kastanie - und es wie ein persönliches notieren.
  • Im Kreis gehen statt hin und zurück, um einen Park, einen Teich, einen Häuserblock.
  • Ein symbolisches Torii hinterlassen: Zwei Momente - der Eintritt in die Stille, der Austritt in die Welt - die man durch eine Inspiration markieren möchte.

Eine sanfte Praxis, keine Behandlung

Dieser Umgang mit der Zeit - langsam, zyklisch, sinnlich - bringt oft ein Gefühl von Ruhe und Verankerung. Er ersetzt weder eine psychologische Begleitung noch eine medizinische Behandlung, wenn man eine schwierige Phase durchlebt.

Zusätzlich, nicht ersetzend - konsultieren Sie einen Gesundheitsdienstleister, wenn Sie unter Angst oder Erschöpfung leiden.

Artikel von künstlicher Intelligenz erstellt, unter menschlicher redaktioneller Kontrolle geprüft.

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Liang WeiKünste Asiens & Lebensart
Passeur der Künste Asiens: Tee, Qi Gong, Kalligraphie, Feng Shui, Gärten.
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