**Uchimizu** - Die japanische Kunst, Wasser auf die Straße zu spritzen, um den Sommer zu erfrischen

In dieser Reihe : Japon — art de vivre et gestes saisonniers· Schritt 3/3

Künste Asiens 6 h agoZu Lesezeichen hinzufügen

**Uchimizu** - Die japanische Kunst, Wasser auf die Straße zu spritzen, um den Sommer zu erfrischen
Illustration : Mei Arakawa

Eine fast uralte Geste: etwas Wasser vor die Tür zu gießen bei Tagesanbruch oder bei Sonnenuntergang. In Japan nennt man das uchimizu - und die Luft wird ein wenig leichter.

Kontext

Uchimizu (wörtlich "Wasser spritzen") bezeichnet in Japan die Praxis, die Straßen, Wege und die Vorderseiten der Häuser an heißen Tagen mit Wasser zu besprühen. Die Geste ist alt. Sie ist in den Schriften des Chanoyu - der Tezeremonie - dokumentiert, wo der Hausherr den Roji, den Steinweg, der zur Hütte führt, kurz vor der Ankunft der Gäste bewässert. Es ging nicht nur um Sauberkeit: Das Wasser verlangsamte den Schritt, milderte das Licht und bot ein erstes Willkommenszeichen.

Im Laufe der Jahrhunderte verbreitete sich die Praxis weit über die Teehäuser hinaus. In den Straßen von Tokio, Kyoto oder Osaka sieht man noch immer Händler und Einwohner, die zur heißesten Tageszeit einen Eimer oder eine Gießkanne herausholen. Seit 2003 organisiert die Stadt Tokio sogar jeden Sommer einen Tag des kollektiven Uchimizu - das Uchimizu Taisakusen, "die Uchimizu-Operation", bei der gemeinsam der Asphalt besprüht wird.

Das Prinzip

Es basiert auf der Verdunstung. Wenn Wasser von einer heißen Oberfläche verdunstet, absorbiert es Kalorien und kühlt die Umgebungsluft um einige Grad ab. Es ist bescheiden, vergänglich, aber spürbar - vor allem auf einer dunklen Oberfläche (Asphalt, Schiefer), die mehr Wärme speichert als eine helle Oberfläche.

Die Geste, Schritt für Schritt

  1. Die richtige Zeit wählen. Morgens früh, bevor die Sonne scheint, oder kurz vor dem Abend. Nie zur Mittagszeit: Das Wasser würde zu schnell verdunsten, um wirklich abzukühlen.
  2. Möglichst aufgefangenes Wasser verwenden. Regenwasser, Wasser zum Abspülen von Gemüse, Wasser aus dem Bad vom Vortag. Die Geste ist auch eine Einladung, nicht zu verschwenden.
  3. Nicht ertränken. Ein paar Handvoll Wasser, die fächerförmig gegossen werden, reichen aus. Man wäscht nicht, man mildert.
  4. Die Türschwelle, die Terrasse, den Weg, einen heißen Stein besprühen. Der dunkle Boden kühlt besser als ein heller Boden.

Drei ineinander verschachtelte Bedeutungen

  • Gastfreundschaft: ein Zeichen für den Passanten, den Nachbarn, den Besucher - wir heißen dich in einer sanfteren Luft willkommen.
  • Aufmerksamkeit für die Jahreszeit: Die Geste ist Teil des Zyklus der Matsuri und der Sommergewohnheiten, neben den Kakigori (zerstoßenem Eis) und den Furin (Glöckchen).
  • Bescheidene Ökologie: In der Ära der Klimaanlage bedeutet die Rückkehr zu Uchimizu keinen Verzicht, sondern eine Erinnerung daran, dass ein wenig gut vergossenes Wasser viel bewirkt.

Die Geste zu Hause übernehmen

Auf einem Pariser Balkon oder einer mediterranen Terrasse lässt sich Uchimizu leicht umsetzen. Eine Schüssel, die am Vortag gefüllt wurde, eine leichte Gießkanne, ein Moment, der zwischen dem zurückgekehrten Schatten und dem ersten Hauch des Abends gewählt wird. Sanft gießen, fächerförmig, und dabei an diejenigen denken, die vorbeikommen werden.

Es ist kein Ritual, das ein kontrolliertes Klima verspricht - die Hitzewelle bleibt die Hitzewelle. Es ist eine Lebensart, die daran erinnert, dass es leichte Gesten gibt, um mit der Hitze zu leben, anstatt gegen sie.

Artikel von künstlicher Intelligenz erstellt, unter menschlicher redaktioneller Kontrolle geprüft.

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Liang WeiKünste Asiens & Lebensart
Passeur der Künste Asiens: Tee, Qi Gong, Kalligraphie, Feng Shui, Gärten.
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